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Umgehungsgerinne an der Sinn in Schaippach

Die Sinn fließt von Fluss-km 28,500 (Landesgrenze zu Hessen) bis Fluss-km 0,00 (Mündung in die Fränkische Saale) durch den Amtsbezirk des Wasserwirtschaftsamtes Aschaffenburg und ist dort ein Gewässer I. Ordnung. Bei Fluss-km 3,25 staut das Wehr des E-Werkes in Schaippach die Sinn auf ca. 3,30 m auf und stellt für

Wasserorganismen ein unüberwindliches Wanderhindernis dar. Insbesondere die Laichwanderungen der Fische werden unterbunden. Die Wehranlage ist auf der insgesamt 68,6 km langen Gewässerstrecke der Sinn das erste Wanderhindernis für die im Wasser lebenden Organismen, vom Main flussaufwärts betrachtet. Sie trennte damit die gesamte Sinn vom Main ab.

Aus diesem Grund plante das Wasserwirtschaftsamt, die Wehranlage über eine Wanderhilfe für Wasserorganismen durchgängig zu machen. Da ein entsprechend großes Grundstück zur Verfügung stand, konnte ein naturnaher Umgehungsbach von ca. 190 m Länge entworfen werden.

Durch die neue Regelung im Gesetz für erneuerbare Energien ist bei einer ökologischen Verbesserung an der Kraftwerksanlage eine höhere Vergütung des Stroms vorgesehen. Dieser finanzielle Anreiz hat den damaligen Kraftwerksbetreiber veranlasst, die vom Wasserwirtschaftsamt geplante Fischaufstiegshilfe zu bauen.

Das Gerinne ist in 23 Becken eingeteilt, die jeweils durch Steinschwellen mit einer mittleren Höhe von 13 cm gebildet wurden. Mit dem rechteckigen Einlaufbauwerk kann die zulässige Mindestwassermenge gesteuert werden. Mit Hilfe der Beckenstruktur wurden ausreichende Wassertiefen für die Fische erzielt; die strömungsberuhigten Bereiche hinter den Steinen und in den Aufweitungen dienen den Lebewesen als Rückzugsbereiche und den Fischen als Ruheorte. Es wurde darauf geachtet, dass der neue Gewässerlauf vor allem auch am Rand durchgängig gestaltet wird, damit strömungsempfindliche Kleinlebewesen ebenfalls eine Möglichkeit haben, sich dort aufwärts zu bewegen.

Durch den Bau des Umgehungsbaches wurde die biologische Durchgängigkeit am Wehr erreicht, eine Vernetzung der Sinn mit dem Main ermöglicht und somit die ökologische Situation der Sinn erheblich verbessert.

Foto direkt nach dem Bau mit noch auffälliger Versteinung
Der Umgehungsbach kurz nach Fertigstellung im Herbst 2005.

Foto der Umgehung mit neuem Bewuchs
Der Umgehungsbach im Herbst 2010: im Vordergrund das Einlaufbauwerk.

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