Hochwasserschutz Miltenberg Schwarzviertel

Das Schutzsystem

CAD-Lageplan mit Schutzmauer Bild vergrössern Lageplan mit dem ca. 500 m langen Schutzsystem

Die Vorgabe, die wichtigen Blick- und Wegebeziehungen von der Stadt zum Main durch den Hochwasserschutz nicht zu behindern, wird auch im Bereich „Schwarzviertel“ berücksichtigt. Auf rund 600 Metern Länge wird die massive Hochwasserschutzwand nur als 90 Zentimeter hohe Brüstung in Erscheinung treten. Diese bietet Schutz bis zu einem 25-jährlichen Hochwasser. Für das Schutzziel bis zu einem hundertjährlichen Hochwasser können bei Bedarf 220 Stahlstützen mit einer Höhe von 1,40 Metern aufgeschraubt werden. Dazwischen können über 2.600 Aluminiumbalken eingeschoben werden, die dann eine mobile Schutzwand bilden. Ein mobiles System kann hier angewendet werden, weil die Hochwasserwellen des Maines lange Laufzeiten aufweisen und so genügend Zeit für den aufwändigen Aufbau des Schutz-systems bleibt.

CAD-Querschnittzeichnung Bild vergrössern Gestaltungsquerschnitt

Die Hochwasserschutzwand gründet sich auf ein zweireihiges Bohrpfahlsystem, das sich auf den Fels in durchschnittlich acht Metern Tiefe abstützt. Eine Spundwand dient als Untergrundabdichtung, um bei ansteigendem Wasserstand im Main den Grundwasserandrang in den Stadtbereich zu begrenzen. Mit einer Dränageleitung im Stadtbereich und einem Pumpwerk wird bei Hochwasser der Grundwasserstand niedrig gehalten und verhindert, dass der geschützte Bereich über das Grundwasser geflutet wird.

Ein Schöpfwerk auf der Stadtseite leitet anfallendes Oberflächenwasser ab, das durch die Hanglange der Altstadt eine nicht unerhebliche Größenordnung erreichen kann.

Die Hochwasserschutzwand gestaltet das Mainvorland neu. Sie untergliedert die Flächen auf zwei Ebenen – eine tiefliegende direkt am Mainufer und eine etwas höher liegende auf der Stadtseite. Durch eine verwinkelte Linienführung entstehen neue Aufenthaltsbereiche, die dem Vorland eine neue Attraktivität geben. Die massive Stahlbetonwand ist dabei mit örtlich vorhandenem Sandstein verblendet, um sich gut in das Stadtbild einzugliedern.